Anträge, Anträge, Anträge!

Seit Mitte März navigieren wir durch fremdes Gebiet. Wie kommen wir an Geld, wenn wir keine Kurse mehr machen dürfen? Wir haben viel recherchiert und folgendes unternommen:

  1. einen Antrag auf Entschädigung gemäß § 56 des Infektionsschutzgesetzes gestellt. Ob das etwas bringt, wissen wir nicht, denn eigentlich bezieht sich dieser Paragraph auf Angestellte, die aufgrund einer behördlichen Anordnung in Sachen Infektionsschutz nicht arbeiten dürfen. Diese haben Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Über Selbstständige, die aus denselben Gründen ihre Dienstleistung nicht verkaufen dürfen, steht dort nichts.
  2. Kurzarbeit für Ralf angemeldet, denn er ist bei mir in der Segelschule angestellt. Nun gibt es kaum noch Arbeit für ihn. Unterrichten darf er nicht, und die Werft, in der ein großer Teil unserer Boote liegt, lässt uns aus Gründen des Infektionsschutzes für ihre Mitarbeiter nicht mehr auf ihr Gelände. So können wir an diesen Booten im Moment keine Saisonvorbereitungsarbeiten machen. Zum Glück haben wir aber vor dem 16. März schon viel erledigt.
  3. meine Krankenkasse gebeten, meine Beiträge bis auf weiteres auf den Mindestsatz zu senken. Ich bin als Selbstständige freiwillig bei der IKK Nord versichert. Sie waren dort sehr freundlich und entgegenkommend.
  4. gleich am ersten möglichen Tag den Antrag auf staatliche Soforthilfe gestellt. Bei unserer Unternehmensgröße können wir bis zu 9000 Euro bekommen. Ich habe eine Liquiditätsprüfung für die nächsten drei Monate gemacht und bin auf einen Bedarf von etwas mehr als 13000 Euro gekommen, falls kein Teilnehmer unserer Kurse bis Ende Mai sein Geld zurückverlangt. Falls alle ihr Geld zurückhaben wollten, kämen wir sogar auf einen Bedarf von etwas mehr als 22000 Euro. Nun hoffen wir, dass möglichst viele Teilnehmer ihre Kurse einfach nur verschieben. Einige haben das auch schon getan, und darüber freuen wir uns sehr. Und natürlich hoffen wir, dass wir die Soforthilfe auch bekommen.
  5. den Vermieter unseres Büros und Unterrichtsraums schriftlich gebeten, uns so weit entgegenzukommen, dass wir für die Dauer der Einschränkungen nur die Nebenkosten zahlen.

Einige Mails werden noch folgen, denn es stehen noch Rechnungen aus, die wir im Normalfall längst bezahlt hätten. Zur Ruhe kommen wir im Moment jedenfalls nicht.

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